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Missgeschicke im Haushalt passieren ja üblicherweise frühmorgens, wenn man ohnehin schon spät dran ist. Nur so kann sich der Ärger erst richtig entfalten. Frühmorgens also, am besten noch vor der Dusche und vor dem ersten Schluck Kaffee, wenn man zartbesaitet, weil eben erst dem warmen Bettchen entstiegen, völlig schutzlos den Tücken des Alltags ausgeliefert ist. Und habe ich erwähnt, dass dieser Morgen auch noch auf einen Montag fällt?

Es ist also Montag, ein Morgen, ich krieche gerade aus dem warmen Bettchen – und Aufstehen halte ich auch ohne die ganzen anderen Rahmenbedingungen für den schlimmsten Moment des Tages – und schlurfe missmutig in mein Badezimmer. Einäugig – für das Öffnen beider Augen fehlt mir noch die Energie – putze ich mir die Zähne, wasche mein Gesicht … Ihr wisst schon, Morgenhygiene eben. Zu derselben gehört auch eine Dusche, die brauche ich schon allein, um wach zu werden.

Die Details dieses Vorgangs erspare ich meinen geschätzten Leserinnen und Lesern. Denn wichtig ist nur der eine Moment … dieser eine Moment, in dem ich an dem Stipfel ziehe, der das Wasser erst zum Duschkopf umleitet. Habt ihr das Bild vor Augen? Ich ziehe also an dem Teil und hab es in der Hand. Stipfel in der einen Hand, völlig wasserfreier Duschkopf in der anderen und eine Wasserfontäne im Auge rutsche ich fast auf der Seife aus und stoße derbste Flüche aus. Das Reinfriemeln des Stipfels führt zwar zum Unterbinden der Fontäne, aber einen Wasserstrahl gibt’s jetzt überhaupt nirgends mehr. Traurige Rinnsale, wo mein eines Auge hinschaut. Das andere hatte ich in der Zwischenzeit zwar schon mal offen, die Fontäne war dann aber doch zu viel und es zog sich beleidigt wieder hinter das Lid zurück.

Natürlich bricht die gesamte Badewanneninstallation erst nach erfolgter Einseifung zusammen, wäre ansonsten ja auch nur der halbe Spaß. Das Ergebnis ist also, dass ich versuche, mich unter der Mischbatterie windend mittels einiger weniger Wassertropfen von Seifenresten zu befreien.

Am Ende war ich einigermaßen sauber, aber dafür völlig mit den Nerven runter. Zum Glück bin ich dann in meinen alten Kumpel, den Hauswart, reingestolpert. Der ist gleich wieder mit mir hochrotiert, hat das Miststück untersucht und für tot erklärt. Dabei hat er mir aber aufmunternd auf die Schulter gekloppt. Er wird’s schon richten, der Gute.

Morgen werde ich mir eben meine Haare mithilfe eines Bechers waschen müssen. Oder ich greife auf Trockenshampoo zurück. Das ist ja jetzt wieder salonfähig, wie ich aus der Werbung weiß.

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