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my new special friend: the Hauswart.

Ich wohne jetzt also seit wenigen Wochen hier. Habe mich lebensumständetechnisch verkleinert. Aus irgendeinem Grund läuft das bei mir falsch. Meine radikalste Veränderung war die von 80m2 auf 11m2. Dagegen nimmt sich die jetzige – von 60 m2 auf 40m2 – geradezu harmlos an. Trotzdem: richtig ist das nicht!

Jedenfalls hat mir meine Vermieterin die Wohnung unter anderem damit schmackhaft gemacht, dass der Hauswart, und jetzt introducen wir ihn langsam tatsächlich, ein ganz dufter Typ sein soll. Einmal rufen genügt und er eilt herbei, repariert alles blitzschnell und will dafür rein gar nichts haben. Das kommt mir doch gerade gelegen, denk ich mir.

Was sie vergessen hat zu erwähnen, ist, dass dieser Fleiß eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur voraussetzt: Der Mann nimmt seinen Job verdammt ernst!

Ich ziehe also in diese neue Wohnung in diesem unglaublich hippen Bezirk und sitze erst mal 2 Tage auf einem Berg (und wir reden hier nicht von einem kleinen Vorstadthügel, sondern von einem stattlichen Ungetüm inklusive Gipfelkreuz) voller Kisten. Kisten mit meinem Kram, Kisten mit fragwürdigem Kram, Kisten mit klitzekleinen Möbelstückchen, die erst mal zusammengefieselt werden wollen etc.

Das Problem mit einer kleinen Wohnung ist, dass man nicht so mir nichts dir nichts die Dinge aufbauen und befüllen kann. Nein, da braucht’s schon eine Strategie dazu: Ecke links hinten freiräumen – Berg verschiebt sich mehr Richtung Zimmermitte – neben dem großen Berg entsteht ein kleinerer Berg mit leeren Kisten und anderem Müll – Bewegungsfreiheit noch weiter eingeschränkt – Tunnel nach rechts hinten graben usw. Mit der Zeit wird dann der kleine Müllberg zu einem großen und will abgetragen werden.

Und so mach ich mir die Mühe, alle diese riesigen Pappkisten mit der Hilfe meines gesamten Körpergewichtes so klein zusammenzufalten wie irgend möglich. Ich trete, quetsche, hüpfe und würge, was das Zeug hält, und mache mich auf den Weg zum Müllraum. Dort verteile ich alles platzsparend auf so viele Tonnen, wie ich finden kann, und bin zufrieden. Lächelnd drehe ich mich um und starre in ein tiefschwarzes, vor Wut und Entsetzen weit aufgerissenes Augenpaar. Darunter ein nach Luft schnappender Mund, begleitet von einer wedelnden Hand links und einer zweiten rechts. Als in der Kommunikation Geübte fange ich gleich mal an zu spiegeln, reiße ebenfalls die Augen auf, wedle und schnappe. Und so begegnen wir uns: der Hauswart und ich. „So geht das nicht! Damit verstopfen Sie alle Tonnen!“ Und ich immer noch wedelnd, aber schon weniger Augen aufreißend: „Ja, aber was soll ich denn tun? Ich mach die Kartons eh ganz klein.“ Kopf schüttelnd dreht er sich um und rauscht ab, der fleißige Hauswart. Ein guter Start!

Der Gedanke an die abertausenden weiteren Verpackungskartons in meiner Wohnung treiben mir zu diesem Zeitpunkt schon den Angstschweiß auf die Stirn. Also schleiche ich mich am nächsten Abend möglichst spät in den Müllraum. Aber Hauswart schläft nie. Komme ich um die Ecke, kommt er um die Ecke. Und schon beginnt das Wedel-Luftschnapp-Spiel von vorne. Um eine andere Taktik auszuprobieren, präsentiere ich ihm mein schönstes Lächeln, begleitet von Augenklimpern. Aber der Mann hat sein Herz in der Gefriertruhe geparkt!

Und dann die Entdeckung im Müllraum. Hat der doch alle, ALLE meine Kartons wieder aus den Tonnen gezerrt und in eine Kiste gefaltet. Nett, denk ich mir … auf eine unheimliche Art. Die nächste Kartonladung packe ich deshalb auch in eine Kiste, nur um ihm eine Freude zu machen. Das Gute ist: Hauswart ist immer dort, wo ich bin, weshalb ich ihm gleich stolz präsentieren kann, dass ich mir was von ihm abgeschaut habe. Er nickt dazu und sagt: „Besser.“ Das ist doch ein Anfang, oder? Wir werden schön langsam warm miteinander.

Seltsam ist nur, dass tags darauf meine Kiste verschwunden ist und alle meine Kartons auf verschiedene Tonnen verteilt sind. Hauswart und ich – wir haben eindeutig ein Kommunikationsproblem.

Deshalb hab ich jetzt zum Zweck zukünftiger Bestechungsversuche eine gute Flasche Rotwein im Schrank. Und sollte die nicht helfen, werde ich Hauswart mit meinen Triple-Chocolate-Muffins zu verführen versuchen.

Ich krieg dich weich, du!

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